Vom Linzfest zum Stream(ing) Festival

Vom 1. Linzfest im Jahr 1990 bis zum heutigen Stream Festival hat sich einiges getan. Coronabedingt wird die Veranstaltung heuer erstmals in die Online-Welt verlegt. Weitere Infos zur Entwicklung und was euch 2021 erwartet, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an die Ära des „Linzfestes“, das als städtisches Kulturfestival von 1990 bis 2016 jährlich zahlreiche BesucherInnen mit einem vielfältigen Programm bei freiem Eintritt begeisterte. Nach einem Beschluss des Linzer Gemeinderates im Herbst 2016 für eine Austragung des Events im Zwei-Jahres-Rhythmus wurde die Festivalpause 2017 für eine umfangreiche Neukonzeptionierung genutzt.

Nicht nur der Name ist neu

Die beliebte Veranstaltung trat schließlich 2018 mit dem neuen Namen „Stream Festival“ vor den Vorhang und feierte von 31. Mai bis 2. Juni 2018 eine erfolgreiche Premiere. 17.000 BesucherInnen überzeugten sich selbst vom neuen Konzept und strömten zu den Schauplätzen wie der Urfahraner Donaupromenade oder dem Maindeck des Ars Electronica Centers. Die Ausrichtung der Veranstaltung als „Green Event“ und der Gratis-Eintritt blieben auch weiterhin bestehen. Die zentralen Partner hielten dem neuen Format ebenfalls die Treue: FM4, Ö1, das Ars Electronica Center sowie die BrauUnion und als General-Sponsor die LINZ AG.

Festival für Musik, Popkultur und Digitalisierung

Das Festival setzt sich mit Fragen der Zukunft und spannenden Musikprojekten der Gegenwart auseinander. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht – passend zu Linz als UNESCO City of Media Arts – die Digitalisierung.

Verantwortlich für das künstlerische Konzept ist Musiker und Kulturmanager Markus Reindl. Das Festivalprogramm baut auf den Eckpfeilern „Talk“, „Stage“ und „Club“ auf, die sich jeweils auf unterschiedliche Weise dem Thema Digitalisierung annähern und es so erlebbar machen. Der Theorie- und Vermittlungsteil „Talk“ umfasst ein buntes Programm aus Workshops, Talks und Diskussionen und wird in Kooperation mit dem Ars Electronica Center durchgeführt. Das Musikprogramm „Stage“ findet klassisch auf einer Open-Air-Bühne statt und die dritte Programmschiene „Club“ ist eine Indoor-Nightline des Festivals mit Elektronik-Schwerpunkt in Zusammenarbeit mit Linzer Kultureinrichtungen. Dieser Teil fällt dieses Jahr leider aus, soll aber zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Ziel ist, die von der Pandemie gebeutelte Clubkultur sowie die freie städtische Kunst- und Kulturszene 2022 besonders zu unterstützen.

Foto: subtext.at / Christoph Thorwartl

„Stream“ wird zum „Streaming Stream“

Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Ideen – unter diesem Motto verwandelt sich das klassische Stream Festival dieses Jahr coronabedingt in das „Streaming Stream“. Bereits 2020 musste die Veranstaltung auf 2021 verschoben werden, und die aktuelle Lage macht der ursprünglich geplanten Umsetzung als Open-Air-Event auf dem Urfahraner Marktgelände einen Strich durch die Rechnung. Auch das zweite, fertig entwickelte Konzept als Hybridformat mit einer Kombination aus Vor-Ort-Erlebnis und Live-Stream verschwand wieder in der Schublade.

Statt einer Absage oder Verschiebung des Events wird das Festival von 27. bis 29. Mai in diesem Jahr dennoch stattfinden und dabei eine Premiere feiern: Erstmals wird ein städtisches Musikfestival als reine Online-Veranstaltung live ausgetragen. Alle Konzerte und Talks werden übertragen und mit einer eigenen Dramaturgie zu einem spannenden, virtuellen Spektakel.

Foto: subtext.at / Christoph Thorwartl

Auch FM4 und Ö1 sind mit an Bord

Als Verstärkung hat sich das Organisations-Team den Radiosender FM4 als Programmpartner mit ins Boot geholt. Die Konzerte am Freitag und Samstag werden daher auch über die Website fm4.orf.at abrufbar sein. Soviel kann jetzt schon verraten werden: Musik-Fans dürfen sich unter anderem auf den Auftritt der gebürtigen Linzerin Miss BunPun freuen. Ebenfalls als Kooperationspartner mit an Bord ist der Sender Ö1, der die Eröffnungskonzerte am Donnerstagabend übertragen wird.

Die gebürtige Linzerin Miss BunPun wird beim Festival auftreten. Foto: Tessa Storch

Organisatorische Herausforderungen

Veranstaltet wird das Stream Festival von der Abteilung Linz Kultur Projekte im Magistrats-Geschäftsbereich Kultur und Bildung. Das sechsköpfige Team ist durch die Corona-Lage und die kurzfristigen Planänderungen natürlich besonders gefordert: Festivalleiterin Gerda Forstner ist vor allem mit der Politik, den Programm- und MedienpartnerInnen, den Sponsoren und der Presse in Kontakt, um Vereinbarungen auszuverhandeln oder die geänderte Umsetzung abzustimmen. Markus Reindl, der die künstlerische Festivalleitung innehat, klärt mit den KünstlerInnen die geänderten Auftrittsbedingungen. Claus Zweythurm, Produktionsleitung „Stage“, bereitet gemeinsam mit dem Posthof das Live-Streaming sowie die Übertragungsmöglichkeiten vor, während Eva Malfent, Produktionsleitung „Talk“,die Online-Umsetzung mit dem Team des Ars Electronica Centers als Programmpartner vorbereitet. Um die KünstlerInnen-Administration (z.B. Ausarbeitung der Verträge, Hotelreservierungen etc.) kümmert sich Sarah Lang, Benjamin Pittertschatscherist für die Öffentlichkeitsarbeit in den digitalen Kommunikationskanälen wie Website, Newsletter und Social Media verantwortlich.

Detailliertes Programm folgt im Mai

Welche nationalen und internationalen KünstlerInnen auftreten werden, wird aktuell noch nicht preisgegeben. Die Programmdetails werden bei einer Pressekonferenz im Mai enthüllt – dass die Veranstaltung auch 2021 einzigartig über die Bühne gehen wird, ist jedoch sicher. Nicht nur Musikbegeisterte dürfen sich darauf freuen, denn neben dem Konzertprogramm werden auch Vorträge und Diskussionen virtuell übertragen.

Linz wird als UNESCO City of Media Arts jedenfalls bestimmt auch über die Stadtgrenzen hinaus auf sich aufmerksam machen. Seid gespannt, was euch erwartet! Weitere Infos zum Festival findet ihr unter www.stream-festival.at bzw. über den Facebook-Auftritt www.facebook.com/StreamFestivalLinz.