Ferdinand Schmatz: das grosse babel,n
Datum:12.10.2026 / 19:30 Uhr
Im Werk von Ferdinand Schmatz nimmt „das grosse ba FERDINAND SCHMATZ, geboren 1953 in Korneuburg/NÖ, bel,n“ einen Scheitelpunkt ein, an dem seine poetische Erforschung dessen, was wir behelfsmäßig „Geist“ nennen, eine neue Stufe erreicht hat. Geist lässt sich instantan erfahren als Zusammenspiel von Körper-Wahrnehmung, Sprachhandlung und Reflexion, und diachron erkennen in der Analyse dieser Momente, wobei die Wirklichkeit des Geistes im ständigen Wechsel der beiden Phasen geschieht. Schmatz' Gedichte lassen sich – vielleicht – als Reaktoren verstehen, in denen wir diese Prozesse am Plasma der Sprache nachvoll ziehend beobachten können. In „das grosse babel,n“ nimmt Schmatz die Bibel in den Fokus seines Dichtens, genauer: eine Auswahl aus Genesis, Psalmen und Apokalypse mit deren Sprachformen des weltschaffenden Erzählens, des appellierenden Gefühlsausdrucks und des Beschwörens von Abwesendem. Schmatz' Einschmelzung des autoritati ven Textkonglomerats und das resultierende „Um-Bedeuten“ mit den von ihm entwickelten Verfahren der Sprachkunst gibt Anlass zu befreiendem Kopf-Zerbrechen. (T. Poiss)