Ars Electronica Nightline
Datum:11.09.2026 / 23:00 bis 01:30 Uhr
Was passiert, wenn Verhandlung nicht durch Worte geführt wird, sondern durch Körper, Frequenzen und kollektive Präsenz? In einer Zeit, in der Sprache rauer wird, schafft die Nightline ein Gegenmodell: einen physischen, gemeinsamen Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen können, anstatt unweigerlich in unversöhnliche Gegensätze zu kippen. Die Ars Electronica Nightline 2026 im Linzer Posthof sucht keine Antworten, sie macht die Frage selbst zur Erfahrung.
Farce eröffnet die Nacht. Veronika Königs Wiener Avant-Pop-Projekt verweigert jede Definition. Was bleibt, ist Bewegung zwischen Tanzfläche und Experiment, zwischen Kontrolle und Auflösung.
Arthur Hnatek & Sophie Le Meillour verwandeln den Raum in ein lebendiges System. Hnatek, Träger des Schweizer Musikpreises 2022, verbindet akustisches Schlagzeug mit Live-Elektronik. Le Meillour antwortet in Echtzeit mit makroverfilmten Naturtexturen.
Yao Bobby & Simon Grab betreten politisches Terrain. Der togolesische Rapper und Aktivist Bobby thematisiert koloniale Erbschaften und afrikanische Ungerechtigkeiten auf Ewe, Französisch und Englisch. Der Schweizer Noise-Künstler Grab antwortet mit Feedback, Dub und klanglichem Fehler als Methode. Gemeinsam schaffen sie ein volatiles Gemisch aus Freeform-Rap und Noise, das klangliche, soziale und politische Grenzen aufbricht.
Owelle & Structurals konstruieren PST_CRP - ein fiktives Unternehmensuniversum, das Hardware-Elektronik, Feldaufnahmen und generative Echtzeit-Visuals verbindet. Was zunächst wie Corporate-Ästhetik wirkt, wird zum Akt der Demontage. Nadia Struiwigh bewegt sich zwischen meditativer Offenheit und perkussiver Entladung, arbeitet mit Hardware und Intuition und bleibt nah am gegenwärtigen Moment.
Zobayda beschließt die Nacht. Die ägyptische multidisziplinäre Künstlerin schöpft aus Klängen des Globalen Südens und seiner Diaspora und erkundet Storytelling, Erinnerung und Klang als Werkzeuge des Zusammenkommens und des Widerstands.