aircube project – Peter Dorn

„ Fakultät  12 “  12 !  , 2019 

Es handelt sich um 108 handelsübliche Billigtuschkästen, die nebeneinander aufgereiht sind. Bei näherer Betrachtung der Kästen fällt auf, dass die in ihnen enthaltenen Farbpigmentschälchen jeweils anders angeordnet sind. Das war denn auch der Ausgangspunkt der Arbeit. Erst als Dorn sie einen Mathematiker zeigte, kam eine weitere Dimension hinzu, nämlich, die rechnerische Formel, wieviel Kombinationsmöglichkeiten es wohl gäbe. Es sind über 479 Millionen! Genauer 479 001 600! Eine schier unendlich anmutende Zahl, die aber endlich ist.

Jenseits dieser Zahlenfaszination thematisiert das Werk noch etwas ganz anderes. Denn was ist es anderes als Malerei, was uns hier vor Augen tritt? Nicht mit dem Pinsel auf Leinwand gesetzt, sondern im Farbkasten neu arrangiert! Überspitzt und mit Augenzwinkern gesagt, ist „ Fakultät 12“ unter anderem eine Art neoimpressionistisches oder pointilistisches Werk mit neuen Mitteln.

Wichtig ist dem Künstler die gedankliche Erweiterung zu den billigen Materialien, die hier Verwendung fanden – es handelt sich dabei schlicht und einfach um Massenware.

In der Geschichte der Kunst kommen einem Beispiele, wie das Pissoir oder der Flaschentrockner in den Sinn, industriell gefertigte Waren, deren plastische oder skulpturale Qualitäten den Dadaisten Marcel Duchamp dazu bewogen, sie als fertige Kunstwerke im musealen Kontext zu präsentieren und damit den Kunstbetrieb bloß zustellen.

Dr. Reiner Meyer

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Datenquelle: basemap.at

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